GESCHICHTE(N) | KULTUR 34 Endlich ohne Bauzäune - Lobreden und Kritiken für Berlins schönsten Platz Wie klimagerecht ist der neue Gendarmenmarkt? E s ist viele Jahrzehnte her. Da saß ich als Volontärin mit einem Pausenbrot 1970 auf den Stufen des heutigen Konzerthauses vor der Ruine des einstigen Schauspielhauses, mein Verlag war um die Ecke. Hinter mir und auf beiden Seiten standen mit dem Französischen und Deutschen Dom ausgebrannte Hüllen, Überbleibsel aus dem letzten Krieg. Lange fehlte das Geld, den schönsten Platz Berlins wieder aufzubauen. Das passierte erst in den 1980er-Jahren, da war ich als junge Reporterin dabei, da wurden hier auch die 140 Kugelahornbäume als östliche Begrenzung und Schattenspender gepflanzt. Daran musste ich jetzt denken, als nach Sanierung der Gendarmenmarkt endlich nach zwei Jahren wieder ohne Bauzäune nutzbar war. Hell, barrierefrei und aufgeräumt sieht er aus, aber auch steinerner. Einiger Kugelahorn fehlt. Doch: Endlich wieder Open Air, endlich wieder Weihnachtsmarkt hier! Keine Kabelstränge sind dann mehr zu übersteigen. Es gibt versteckt 29 Stromanschlüsse sowie 27 Anschlüsse für Schmutz- und Trinkwasser. Wasserrohre und Fernwärmeleitungen unterqueren unsichtbar den Platz. Oben wurden 14.000 Quadratmeter des über 300 Jahre alten Platzes und der angrenzenden Charlottenstraße, wie es zur Eröffnung hieß, „zukunftsgerichtet saniert und weiterentwickelt“. Kai Wegner, der Regierende Bürgermeister von Berlin, schwärmte: „Der Gendarmenmarkt, einer der schönsten Plätze Berlins, ja einer der schönsten Plätze Europas, erstrahlt in neuem Glanz. Die umfangreiche Sanierung ist ein hervorragendes Beispiel für nachhaltige Stadtgestaltung und für die Entwicklung Berlins zu einer klimagerechten Stadt.“ Gerade klimagerecht sei der Platz mit nun weniger Bäumen als zuvor wohl kaum, sagen Kritiker. In Zeiten, da es immer heißer Der neue Gendarmenmarkt - hier ungewöhnlich leer im Sommer in Berlin wird, sei es zu viel Steinfläche und zu wenig Grün. Es waren trotz Protest viele Bäume gefällt worden. Es wurden auch neue gepflanzt, darauf wurde hingewiesen. Japanische Schnurbäume, deren Kronen Durchmesser zwischen zwölf und 18 Metern erreichen werden. Sie werden viel Schatten spenden, wird versichert. Denkmalschutz statt Grün Aber vor allem sieht der Gendarmenmarkt so steinern aus, als wäre er noch wie einst ein Exerzierplatz. Christoph Schmidt, Geschäftsführer der Grün Berlin, rechtfertigt: „Zunächst ging es um das denkmalgeschützte Ensemble. Bäume und anderes Grün konnten nur an ausgewählten Flächen vorgesehen werden“. Man könne sich immer mehr Bäume wünschen, aber dann gäbe es weniger Platz für Veranstaltungen. Und dann kam ein erstaunlicher Satz, als saniere man für den Denkmalschutz und nicht für Menschen: Die meiste Zeit sei der Gendarmenmarkt kein baumbestandener Platz gewesen, so der Chef von Grün Berlin. © Grün Berlin Tja, und lange Zeit gab es in Berlin Mietkasernen mit mehreren Hinterhöfen und wenig Grün. Aber klimaangepasst ist der Platz jetzt zumindest unterirdisch: Mit einem wirtschaftlich effizienten und innovativen Regenwassermanagement solle er zukünftig ein Vorreiter für die klimaangepasste Schwammstadt sein, heißt es. Der Niederschlag wird gespeichert, über einen Substratfilter gereinigt und an den darunterliegenden Boden abgegeben. Das Fassungsvermögen von 480 Kubikmetern verbessere die Wasserbilanz Berlins und reduziere gleichzeitig die Folgekosten des Klimawandels. Oberirdisch gibt es zumindest zwei Brunnen. Und im Pflaster befinden sich Schirmhülsen, damit Cafébesitzer Sonnenschutz aufstellen können. Dass es auch Schattenspender braucht, scheint den Planern also doch aufgefallen zu sein. Und die Gastronomen lassen sich für ihre Schankgärten sicher auch Kübel mit Bäumchen einfallen. Hoffentlich untersagt das nicht der Denkmalschutz. G Sabine Nöbel
Jeder nor einen wönzigen Schlock... Feuerzangenbowle im NIKOLAIVIERTEL Das Winter-Film-Fest in Berlins historischer Mitte 14. November bis 28. Dezember 2025 Direkt vor der Nikolaikirche GESCHICHTE(N) | KULTUR Winter-Spaß rund um „Die Feuerzangenbowle“ PLATTE:BERLIN - Mode made in Mitte Berlin Sight Dressing - Plakate auf Social Media als Film und als Getränk! Eintritt frei! F inanziert mit City Tax Mitteln, wurde dank einer Plakataktion junge Mode aus dem Bezirk weithin sichtbar. Von PLATTE.BERLIN ging der Aufruf an die Kreativszene sich zu bewerben. Ausgesucht wurden Designerinnen und Designer aus dem Bezirk, Models sowie besondere Orte, um die Mode made in Mitte zu präsentieren. In professionellen Shootings wurden Locations, Models und Labels in Szene gesetzt. Die Plakate waren und sind auf Social Media, aber auch bei Veranstaltungen wie zur Berlin Art Week oder der Fashion Week präsent. Wer nach dem passenden Outfit zum Ausgehen, nach besonders auffälligen Stücken sucht, wird im Store fündig, geöffnet ist von 13 bis 19 Uhr. Bei Platte.Berlin gibt es auch regelmäßig Veranstaltungen, ein Fotostudio, einen Maschinenpark für die Produktionen, Raum für Gemeinschaftsprojekte. Aktuell wird eine Erweiterung angestrebt. Wer möchte, kann sich für eine einmonatige Ausstellung im Showroom bewerben oder die regelmäßigen Workshops nutzen: von der Rechtsberatung bis zur Webseitenerstellung, zu Social Media oder Fotoshootings. Ein Community Event ist der monatliche Feierabend ab 17 Uhr, bei dem auch immer eine Präsentation einer Designerin oder eines Designers erfolgt und DJ Performance-Künstler sich präsentieren. Meist am letzten Donnerstag im Monat. (bn) ausgefallener Designer-Modeschmuck ✴ bezahlbare Preise ✴ preisgekröntes Design ✴ made in Berlin & Buchholz www.kosae.de Atelierladen Fehrbelliner Str. 23, 10119 Berlin Öffnungszeiten: Mo-Fr: 15-19 Uhr /kosae _ jewellery 35
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