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Die jährlich erscheinenden Journale 55 plus der Berliner Stadtbezirke bieten Informationen und Reportagen für die Generationen über 55 – im Bereich Kultur und Geschichte, Gesundheit und Sport, zu kreativen Angeboten, Reisen und Wohnmöglichkeiten. Sie liegen zur kostenfreien Mitnahme in öffentlichen Einrichtungen des Bezirkes aus.

GESUNDHEIT 42 ©

GESUNDHEIT 42 © AdobeStock Im November lassen sich viele Männer einen Schnurrbart wachsen, um auf die gesundheitliche Vorsorge aufmerksam zu machen. Mit dem Schnurrbart als Symbol rufen Männer weltweit dazu auf, sich mit Themen wie Prostata- und Hodenkrebs, psychischen Erkrankungen und Suizidprävention auseinanderzusetzen. Im Gespräch mit Olaf Theuerkauf von der Stiftung Männergesundheit „Kümmert euch selbst um eure Probleme.“ Olaf Theuerkauf ist Mitbegründer der Stiftung Männergesundheit. Als deren kaufmännischer Vorstand sowie ehemaliger Generalsekretär des Dachverbands der Prostatazentren setzt er sich für zielgerichtete Gesundheitsangebote für Männer ein. • Wie kam es zur Gründung der Stiftung Männergesundheit? 2006 war ich beteiligt an einer Veranstaltung für die Deutsche Gesellschaft für Urologie. Dort haben wir einen Männergesundheitstag ausgeschrieben und eine fünf Meter lange begehbare Prostata gebaut. Man konnte hineingehen und sie anfassen. Dieses Programm lief 400 Mal in ganz Deutschland. Hinterher haben wir es ausgewertet und festgestellt, dass genau drei Typen Männer zu solchen Veranstaltungen gehen: Der Hypochonder, der überall hinrennt, wo Gesundheit draufsteht. Der Schnäppchenjäger, der den kostenlosen PSA-Test haben will. Und eine kleine Gruppe älterer Männer, bei denen die Frau sagt, Freundchen, das Thema ist mal dran, da gehen wir hin. Aber ehrlicherweise haben wir nie die breite Masse erreicht. Und da habe ich beschlossen, mich diesem Thema anzunehmen. • Welchem Thema genau? Die Statistik zeigt: Männer sterben fünf Jahre früher als Frauen und nehmen sich deutlich häufiger das Leben als Frauen. Ich fand es absurd, dass dieser Sache niemand auf den Grund geht und habe deshalb die Stiftung mitgegründet. Wenn man auf lange Sicht etwas ändern will, muss man in den Dunstkreis der politischen Macht gehen. Das hat sich für uns am Ende auch ausgezahlt. Immerhin haben wir durch eine Anhörung im Bundestag die Impfkommission umstimmen können, und damit erreicht, dass nun auch Jungs die HPV-Impfung erhalten. Denn wenn man eine Herdenimmunisierung hinkriegen möchte, muss man nun mal beide Geschlechter impfen, so, wie das z. B. in Australien schon längst der Fall war.

• Warum gehen Männer seltener zum Arzt? Ich glaube, dass viele Männer ein Problem haben mit der Eigen- und der Fremdwahrnehmung. Fragen Sie in einer Fußgängerzone zehn Männer: „Glaubst du, du bist zu dick?“, antworten neun von zehn mit nein. Fragen Sie die gleichen Männer: „Finden Sie den Fremden da drüben zu dick?“, antwortet jeder Zweite mit: „Na klar!“ • Was raten Sie den Männern, die zu Ihnen kommen und Ihre Hilfe suchen? Kümmert euch selbst um euch und eure Probleme. Ihr braucht keinen dritten, der für euch Verantwortung übernimmt. Ihr selbst entscheidet, wie ihr euer Leben verbringen wollt, wie ihr sterben und wie ihr alt werden wollt. • Welche regelmäßigen Untersuchungen und Check-ups empfehlen Sie Männern? Auf jeden Fall die, die das System der gesetzlichen Krankenkassen für jeden Mann von der Geburt bis zur Bahre bereithält. Von den U1 - U9 Untersuchungen in der frühen Kindheit bis zur Darmkrebsvorsorge im höheren Alter sollte man alles in Anspruch nehmen. Außerdem sage ich immer: Kenne dein Risiko! Woran sind deine Eltern und Geschwister erkrankt? Woran sind deine Großeltern gestorben? Gibt es Darmkrebs in der Familie, ein Herz-Kreislauf-Risiko oder: hatte der Großvater Diabetes, musst du dich darum kümmern. Da gibt es sehr gute Programme in Deutschland, die gut funktionieren. • Und was hält Männer, abgesehen von Arztbesuchen, gesund? Ein glückliches Leben. Ein Job, der Spaß macht. Maß halten mit Drogen und Alkohol. Nicht rauchen. In Bewegung bleiben, geistig wie körperlich. Und: eine gesunde und regelmäßige Ernährung, auch wenn die Tiefkühlregale mit Fertiggerichten im Supermarkt immer größer werden. • Was ist das Ziel Ihrer Stiftung? Mein größtes Ziel ist, dass wir eine Bundesregierung dazu kriegen, das Thema Männergesundheit ernst zu nehmen und Gesundheitsziele sowie eine Gesundheitsstrategie auf den Weg zu bringen. Solange ich noch aktiv bin, wird sich an diesem Ziel nichts ändern. Außerdem freut sich unser Förderverein immer über neue Mitglieder… Das Gespräch führte Marlen Pelny Weitere Informationen zur Stiftung Männergesundheit erhalten Sie unter www.stiftung-maennergesundheit.de und über diesen QR-Code: Berlin e. V. Professionel Workout Wir sind ein Sportverein für die ganze Familie • Sehr beliebt sind bei uns die Freizeitsportarten: Tischtennis, Volleyball, Badminton, Line Dance und Zumba • Den Gesundheitsbereich gibt es am längsten: Rückenfit und Body Workout • Wir bieten auch Behindertensport an. • Eltern-Kind-Turnen, Kinderturnen, Parkour und Karate für Kinder Blankenburger Weg 2a 13127 Berlin Tel. 0151 40433285 physiosport-berlin@gmx.de www.physiosport-berlin.de www.facebook.com/physiosportberlin